Personalberater: Was machen eigentlich Headhunter?

Sie haben eine interessante Stellenanzeige gefunden, mit der eine Personalberatung Kandidaten (m/w/x) sucht.

  • Worauf achtet der Personalberater, wenn er ihre E-Mail-Bewerbung auswertet?
  • Wie ist er für diese Aufgabe ausgebildet?
  • Und was unterscheidet gute von schlechten Personalberatern?
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foto: © Gregory Hayes on Unsplash.com

Analyse: So werten Personalberater Bewerbungen aus

Im Zentrum der Arbeit von Personalberatern steht der Abgleich der üblicherweise per E-Mail-Bewerbung übermittelten Unterlagen (CV, Arbeitszeugnisse, sonstige Zertifikate) mit den Anforderungen des Stellenprofils.

Stellenprofil

Das Stellenprofil enthält

  • gewünschte fachliche Anforderungen,
  • wichtige persönliche Eigenschaften (Stärken und Kernkompetenzen),
  • benötigte Branchenerfahrungen,
  • spezielle Methoden (Scrum, agile Tools u. Ä.)
  • unverzichtbare IT-Kenntnisse und
  • notwendige Sprachkenntnisse.

Darüber hinaus findet eine erste Einschätzung statt, ob die Bewerberpersönlichkeit grundsätzlich zu den gelebten Unternehmenswerten passen könnte.

Zentral: CV

Aussagekräftige Lebensläufe enthalten nicht bloß Angaben zur zeitlichen Verweildauer und die Positionsbezeichnung.

Keywords

Wichtig sind die richtigen Stichworte ("Keywords") zu den übernommenen Aufgaben und Tätigkeiten. Idealerweise werden besondere Leistungen und Erfolge skizziert und hervorgehoben.

Aus der Art der Darstellung werden erste Rückschlüsse über persönliche Stärken der Bewerberinnen und Bewerber gezogen.

  • Ist er belastbar?
  • Ist sie organisationsstark?
  • Verfügt er über Lernbereitschaft?
  • Ist sie eine Teamplayerin?

Arbeitszeugnisse

Die beigefügten Zwischen- und Arbeitszeugnisse sollten die eigenen Angaben aus dem CV glaubhaft unterstützen.

Dass "gute" oder "sehr gute" Bewertungen im Bewerbungsverfahren eine zusätzliche, positive Wirkung entfalten, ist für uns eine immer wieder zu beobachtende Tatsache.

Experten-Tipp

Fast alle Personalberater behaupten, dass Zeugnisse nur noch einen geringen Stellenwert hätten.

Aber dennoch schauen sie stets zumindest auf die Gesamtnote, den Schlussabsatz mit dem Kündigungsgrund und natürlich auch auf den Aufgaben- und Tätigkeitsblock.

Ausbildung Personalberater: Wege ins Recruiting

Die Bezeichnungen "Personalberater", "Headhunter", "Executive-Searcher" oder "Direct-Searcher" sind nicht geschützt.

Häufig verfügen Personalberater aber über ein abgeschlossenes Studium der Wirtschaftspsychologie, der Betriebswirtschaftslehre oder aus angrenzenden Wissenschaftsfeldern.

Quereinsteiger: finden auch Ihren Weg

In großen Personalberatungen finden sich auch Theologen, Ingenieurinnen, Lehrer oder Germanistinnen. Quereinsteiger sind grundsätzlich willkommen.

Allerdings müssen sie ihre Wirtschaftsnähe durch einschläge Praktika und berufliche Stationen belegen. Und im telefonischen und persönlichen Kontakt mit Führungskräften mit Souveränität überzeugen.

Im Ergebnis zählt die Leistung - und die Fähigkeit, Kandidatinnen und Kandidaten adäquat anzusprechen. Daher müssen Recruiter über ein ausgeprägtes Kommunikationsgeschick, eine hohe Eigenmotivation, eine gewisse Frustrationstoleranz und eine starke Zielorientierung verfügen.

Schlechte Personalberater erkennen - und schnell abwimmeln

Gute Personalberater/-innen verfügen über eine hohe Empathie.

Sie reagieren flexibel, wenn der Zeitpunkt des Anrufs ungünstig ist. Wenn ein Wechselwunsch einfach nicht vorhanden ist. Oder wenn sie feststellen, dass Kandidaten eher daran interessiert sind, ihren Marktwert einmal unverbindlich zu testen.

Zeitdiebe

Beenden Sie den Kontakt zu nervigen Personalberatern, wenn sich der Eindruck verfestigt,

  • dass Sie nur der Quotensenior für die Longlist sind (AGG),
  • dass Sie als weibliche Führungskraft zwar auf der Shortlist landen, sich dann aber nichts mehr tut (ebenfalls nur fürs AGG),
  • dass Ihr Gesprächspartner die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen der Stelle selber nicht kennt,
  • dass die Gehaltsbestandteile und -höhe trotz mehrfacher Aufforderung einfach nicht genannt werden,
  • dass der Personalberater mehr an seinem Erfolgshonorar und weniger an Ihrer beruflichen Entwicklung interessiert ist.

 

Experten-Tipp

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