Headhunter: Warum wollen Sie wechseln?

Ihre täglichen Arbeitsaufgaben sind für Sie nur noch Routine? Die Witze Ihrer Kollegen kennen Sie schon alle auswendig? Ihr Vorgesetzter ist ein cholerischer Mikromanager, kann nicht delegieren und gibt Ihre Arbeitserfolge ungeniert als eigene aus?

Sicherlich, diese Gründe kennen viele Arbeitnehmer - und möchten deshalb lieber heute als morgen die Stelle wechseln.

Aber reichen derartige Begründungen im Job-Interview mit dem Headhunter wirklich aus?

frage-nach-wechselgrund-headhunter
foto: © Charles Forerunner on Unsplash.com

Ritual: Wechselgründe

Auch Personalprofis wissen, dass der größte Teil der wechselwilligen Bewerberinnen und Bewerber sicherlich nicht seinen momentanen Arbeitgeber verlassen möchte, weil er hochgradig zufrieden ist und täglich mit einem Lächeln auf den Lippen zur Arbeit geht.

Aus diesem Grund bezeichnen wir in unserer Coachingpraxis die Darstellung von Wechselgründen auch als Ritual. Jeder weiß, dass es einerseits oft Unwohlsein, Ärger und Streit sind, die letztendlich einen Wechselwunsch hervorrufen.

Andererseits gab es ja auch eine davorliegende Zeit des überwiegend produktiven Umgangs miteinander. Und auf diesen produktiven Zeitrahmen sollten die Begründung des Wechsels idealerweise Bezug nehmen.

Beispiele für gute Gründe

Diese drei Strategien können auch Sie für Ihre Begründung verwenden:

  1. "Erfahrungen einbringen"
  2. "Branchenwechsel"
  3. "Karrieresprung"

Erfahrungen einbringen

Strategisch gesehen stellen Stellenwechsler hier ihren Wechselwunsch so dar, dass sie ihr fundiertes Wissen, ihre Erfahrungen in der Projektarbeit und ihre ergebnisorientierte Arbeitsweise nun bei einer anderen Firma mit ähnlichen Dienstleistungen oder Produkten einsetzen wollen. Beispielsweise wenn es sich um eine ähnliche Position bei einem anderen Arbeitgeber handelt.

Branchenwechsel

Wenn nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch die Branche gewechselt werden soll, bieten sich zusätzliche Argumente an. Beispielsweise die Zukunftsfähigkeit der Zielbranche, die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten oder die bisherigen Berührungspunkte in der täglichen Arbeit mit der neuen Wunschbranche.

Karrieresprung

Berufserfahrene Bewerber, die aufsteigen möchten, haben es noch leichter. Sie können darauf verweisen, wie sie

  • Umsatz- oder Gewinnziele erreicht,
  • Reklamationsquoten gesenkt,
  • Qualitätsstandards erhöht,
  • Kollegen oder Mitarbeiter geschult,
  • Meetings gesteuert
  • oder Projekte verantwortet haben.

 

Im Anschreiben bedeckt halten

Falls nicht ausdrücklich eine Bewerbung ohne Anschreiben erwünscht ist, sollten Sie die Gelegenheit nutzen, im Anschreiben die Vorgaben aus der Stellenausschreibung möglichst passgenau aufzugreifen. Hier können Sie beispielsweise gezielt auf

  • passende berufliche Erfahrungen,
  • fachliches Know-how und
  • Branchenkenntnisse

eingehen. Schreiben Sie lieber ein Gutachten in eigener Sache, als zuviel Platz für die Darstellung Ihrer Wechselmotivation zu reservieren.

Taktisch vorgehen im Vorstellungsgespräch

Wenn Sie aufgrund Ihrer Bewerbungsunterlagen als geeignete Kandidatin oder geeigneter Kandidat identifiziert wurden, werden Headhunter oder Personalberater Sie dann in einem persönlichen Gespräch zu Ihrer Wechselmotivation befragen.

Beispiel

  • "Warum wollen Sie Ihren Arbeitgeber verlassen?"
  • "Warum glauben Sie, dass die neue Stelle zu Ihnen passt?"
  • "Mal ganz unter uns: Warum wollen Sie wirklich wechseln?"
  • "Sie haben ja schon häufiger gewechselt, haben Sie Schwierigkeiten, sich ins Team einzupassen?"
  • "Ist die Stelle nicht ein beruflicher Abstieg für Sie?"

Damit Sie hier keinen Schiffbruch erleiden, empfehlen wir Ihnen zur gezielten Vorbereitung unsere E-Learnings-Vorstellungsgespräch. Bezogen auf spezielle Berufsfelder stellen wir Ihnen sowohl 50 typische Fragen, die dazugehörigen 50 Hintergründe und auch 50 Beispiele für überzeugende Antworten vor.

Damit sind Sie nicht nur für die Frage nach Ihrem Wechselwunsch gewappnet, sondern können auch Fragen

  • zu Ihren Stärken,
  • zu Ihrer Eigenmotivation,
  • zu Ihren beruflichen Zielen,
  • zu Ihrem Umgang mit Kollegen,
  • zu Ihrem Verhältnis gegenüber Vorgesetzten
  • und zu Ihrem Gehaltswunsch

glaubwürdig und nachvollziehbar begründen.

Neue Herausforderung gesucht?

Klick -> zu den Jobs!