Headhunter absagen: freundlich, klar, direkt

Es gibt ganz unterschiedliche Ausgangssituationen, die im Ergebnis dazu führen, dass Sie den Kontakt mit einem Direct Searcher, Headhunter oder Personalberater beenden möchten.

  • Sie erhalten ständig Anrufe von Headhuntern, die Ihnen völlig unpassende Jobs anbieten?
  • Sie würden Ihren Job nur wechseln, wenn die neue Position ein echter Karrieresprung ist?
  • Sie verhandeln schon eine ganze Weile mit dem Recruiter, möchten nach der ersten direkten Kontaktaufnahme mit dem Geschäftsführer des suchenden Unternehmens aber keinesfalls mehr wechseln?

Wie sagen Sie Headhuntern freundlich, aber dennoch klar und direkt ab, ohne sich künftige Karriereoptionen zu verderben?

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foto: © kelly sikkema on Unsplash.com

Planlos: nervige Headhunter absagen

In unserer Beratungspraxis beklagt sich ein Teil der von uns betreuten Top-Manager/-innen, Führungskräfte und Fachspezialisten regelmäßig darüber, dass sie viel zu oft von Personalberatern am Arbeitsplatz angerufen werden, die Stellen anbieten, die keinerlei Bezug zum jeweiligen beruflichen Profil haben.

Diese Entwicklung ist nicht verwunderlich, denn die Berufsbezeichnung "Headhunter" ist nicht geschützt und die Relation zwischen Arbeitsaufwand und Erfolgshonorar erscheint vielen Neueinsteigern als überaus verlockend.

Und "einfach mal so mit Leuten telefonieren" kann doch eigentlich jeder, oder nicht?

Typisch: XING-Profil nicht gelesen

Dementsprechend beschweren sich beispielsweise IT-Spezialisten häufig darüber, dass der "Personalprofi" am anderen Ende der Leitung sich nicht einmal mit den im XING- oder LinkedIn-Profil aufgeführten und öffentlich sichtbaren Kernkompetenzen des IT-Profils beschäftigt hat.

So werden IT-Projektleiterinnen dann Jobs als Systemadminstratoren angeboten oder Third-Level-Supportern werden Stellen aus dem Bereich IT-Qualitätsmanagement offeriert.

Beispiele für Absagen: klar und deutlich

Häufig lohnt es sich nicht, in eine längere und unproduktive Auseinandersetzung darüber einzusteigen,

  • ob der Recruiter sein Handwerkszeug beherrscht,
  • von wem er die Durchwahl bekommen hat,
  • warum er nicht in der Lage ist, im Vorfeld eines Telefonats XING- oder LinkedIn-Angaben gründlich zu analysieren oder
  • wie er darauf kommt, dass man den Job wechseln wolle oder gar müsse.

Wer aktuell gar kein Interesse an einem Wechsel hat, kann dies einfach klar aussprechen.

Beispiel

"Danke für Ihren Anruf, aber das ist vertane Zeit. Ich bin sehr zufrieden in meinem Job und bin nicht auf der Suche nach einer neuen Stelle."

"Ihr Anruf ist sicherlich gut gemeint, aber ich suche nicht und habe viel zu tun."

"Ich bekomme jede Woche schon drei Anrufe von Ihren Kollegen, bitte streichen auch Sie mich aus Ihrer Liste, danke!"

Streitpunkt: Gehaltsvorstellung

Nicht wenige Arbeitnehmer/-innen träumen jedoch davon, dass Sie in der gleichen Position bei einemen anderen Arbeitgeber signifikant mehr Gehalt bekommen würden. Deshalb versuchen sie so schnell wie möglich herauszubekommen, welches Gehalt mit dem Angebot verbunden ist.

Hier prallen jedoch häufig Welten mit unterschiedlichen Interessen aufeinander. In der Regel versuchen Headhunter die Gehaltsfrage möglichst lange nach hinten zu schieben. Zuerst wollen sie mehr über den Werdegang, die besonderen Kompetenzen und die speziellen Erfahrungen des angerufenen Kandidaten erfahren.

Daher fordern sie nach einem zweiten, ausführlicheren Telefonat üblicherweise erst einmal einen CV an.

Im Gegensatz dazu möchten umworbene Arbeitnehmer zuerst etwas über die Bezahlung  erfahren, um auf dieser Basis zu entscheiden, ob sie einen aktuellen CV einschließlich dazugehöriger Arbeitszeugnisse versenden.

Absagegründe: Bleibeverhandlung erfolgreich

Neben der schnellen und klaren Absage gibt es auch die Situation, in denen Kandidaten die Verhandlungen mit dem Headhunter erst nach einer längeren Phase des Informationsaustausches beenden möchten. Beispielsweise weil

  • sich die vormals unerträgliche Situation am momentanen Arbeitsplatz wieder beruhigt hat,
  • weil die neue Stelle mit einem Umzug verbunden ist und die Familie diesen Ortswechsel kategorisch ablehnt,
  • weil eigene Branchenrecherchen über den neuen Arbeitgeber nicht zu dessen Gunsten ausgefallen sind,
  • weil der erste persönliche Kontakt mit der künftigen Vorgesetzten beziehungsweise mit der Geschäftsführung insgesamt als Desaster empfunden wurde oder weil
  • der aktuelle Arbeitgeber ein sehr großzügiges Bleibeangebot gemacht hat.

Ein freundliches Nein

Absagen im beruflichen Umfeld können ebenso diplomatisch formuliert werden, wie im privaten Bereich. Nicht immer müssen hier "die wahren Gründe" unmissverständlich und direkt kommuniziert werden.

Denn wer weiß, in welchem Kontext Sie Ihren Ansprechpartnern in Zukunft noch begegnen werden?

Coaching-Tipp

Allgemein gehaltene Formulierungen wie "nach gründlicher Abwägung", "nach Rücksprache mit meinem Partner", "nach Sichtung des Wohnungsmarktes" oder "nach einem umfassenden Vergleich der Aufgabenfelder und Verantwortungsbereiche" ... "bin ich zu der Entscheidung gekommen, das Angebot nicht weiter zu verfolgen", reichen daher völlig aus.

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