Personalberater: Vorstellungsgespräch, Fragen, Antworten

Sie fanden die Stellenausschreibung eines Personalberaters spannend, haben ihre Bewerbung per E-Mail verschickt und jetzt einen Termin für ein Vorstellungsgespräch vereinbart.

  • Warum spielt Ihr Wechselwunsch eine große Rolle?
  • Welche zehn Fragen werden immer wieder gestellt?
  • Und welche Besonderheiten gelten fürs Gespräch mit dem Recruiter?
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foto: © Drew Beamer on Unsplash.com

Warum: Personalberater wollen den Wechselwunsch verstehen

Bewerberinnen und Bewerber, die eigentlich nicht wirklich wechseln, sondern nur den Marktwert testen wollen, fallen für Personalberater in die Rubrik Zeitdiebe.

Bezahlung: nur bei Unterschrift

Die meisten Personalberater erhalten ihr Honorar erfolgsabhängig (success fee), also nur dann, wenn die umworbene Kandidatin oder der Kandidat einen neuen Arbeitsvertrag beim suchenden Unternehmen unterschrieben hat.

Es gibt zwar einen kleinen und feinen Kreis von Executive-Searchern (Headhunter), die nicht nur bei einer erfolgreichen Suche, sondern in jedem Fall bezahlt werden (retainer fee), aber diese sind deutlich in der Minderheit.

Mehrzahl: Lebenslauf-Makler

Viele Personalberater arbeiten nicht mit exklusiven Mandaten. Die teilweise gefürchteten "Lebenslauf-Makler" setzen sich daher manchmal nur flüchtig mit den Unternehmenswerten und der Firmenphilosophie des suchenden Unternehmens auseinander.

Ein kurzer Blick auf die Unternehmenshomepage - und schon wird die Suche auf Erfolgsbasis gestartet. Um die Qualität der Passung zwischen dem suchendem Unternehmen und den angesprochenen Kandidaten zu erhöhen, wird dann im Job-Interview mit Interessenten nachgehakt.

Direkt gefragt

Da bei vielen Personalberatern Zeit also tatsächlich Geld ist, wird die Ernsthaftigkeit des Wechselwunsches direkt erfragt.

  • Warum wollen Sie Ihren Arbeitgeber verlassen?
  • Was erwarten Sie von der neuen Stelle?
  • Seit wann haben Sie den Entschluss zu wechseln?
  • Sie wollen ja weg von der Firma: Welche Probleme gibt es denn im Moment?
  • Warum haben Sie nicht schon früher gewechselt?
  • Was würde Ihre Chefin oder Ihr Chef über Sie sagen?

Es darf dann auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass die Probleme in der Person des wechselwilligen Kandidaten zu sehen sind.

Experten-Tipp

Gründe wie "wirtschaftliche Schwierigkeiten des Unternehmens", "Änderungen im Aufgabenfeld" oder "unproduktive Machtkämpfe im Management" sind gute und akzeptierte Wechselgründe.

Fragen: Diese 10 stellt die Personalberaterin

Sie wollen im Gespräch mit Personalberatern überzeugen? Dann sollten Sie Ihre Antworten auf die folgenden 10 Fragen vorbereitet haben.

Denn diese Fragen werden, in verschiedenen Variationen, in Telefoninterview, Videointerviews und persönlichen Gesprächen immer wieder eingesetzt.

  1. Warum sollen wir unserem Mandanten gerade Sie vorstellen?
  2. Warum haben Sie sich auf die Stellenanzeige hin beworben?
  3. Was unterscheidet Sie von anderen Kandidatinnen und Kandidaten um die Stelle?
  4. Warum wollen Sie Ihren momentanen Arbeitsplatz aufgeben?
  5. Warum haben Sie gekündigt? Alternativ: Warum hat man Ihnen gekündigt?
  6. Was wissen Sie über die Branche?
  7. Wo sehen Sie Ihre persönlichen Stärken?
  8. Und was sind Ihre Schwächen?
  9. Fangfrage: Was verdienen Sie im Moment?
  10. Und was wollen Sie in der neuen Position verdienen (Gehaltswunsch)?

Besonderheiten: Erstes Gespräch mit Personalberater

Recruiter interpretieren Ihre Antworten immer doppelt. Erstens fragen sie sich, ob Sie auf die zu vergebende Stelle passen. Und zweitens, wie das suchende Unternehmen auf Ihre Antworten reagieren würde.

Ihr Ziel: Runde zwei

Denken Sie immer daran, dass Sie nicht nur ein unverbindliches Gespräch führen, sondern auf die Shortlist kommen wollen, um schließlich dem Mandanten des Personalberaters ausdrücklich empfohlen zu werden.

Rufen Sie sich daher vor dem Erstgespräch

  • geforderte fachliche Anforderungen,
  • zentrale persönliche Eigenschaften (Stärken und Kernkompetenzen),
  • hervorgehobene Branchenerfahrungen,
  • spezielle Methoden (Scrum, agile Tools u. Ä.)
  • unverzichtbare IT-Kenntnisse und
  • notwendige Sprachkenntnisse

in Erinnerung.

Coaching-Tipp

Belegen Sie mit guten Beispielen und aussagekräftigen Formulierungen, dass Sie die gestellten Anforderungen erkannt haben und sie auch erfüllen.

Hilfreich ist zweispaltige Liste. Schreiben Sie links die Anforderungen und rechts Ihre jeweiligen Belege und Begründungen dafür auf.

Dann wird Sie auch die Frage "Können Sie mir sagen, welche Aufgaben die Zielposition Ihrer Meinung nach schwerpunktmäßig kennzeichnet?", nicht mehr aus dem Konzept bringen.

Praxistipps: Gut bewerben beim Personalberater!

Verdeutlichen Sie Ihre Erfahrungen, Kenntnisse, Stärken und Kompetenzen selbstbewusst.

Übereinstimmungen betonen

Dies gelingt Ihnen in Vorstellungsgesprächen mit Personalberatern, indem Sie im Job-Interview fokussiert herausarbeiten, welche Schnittstellen die neue Position mit Ihrer momentanen Stelle hat.

Gut vorbereitet

Überzeugen Sie mit Ihrer E-Mail-Bewerbung, im Bewerbungsgespräch und in weiteren Auswahlschritten. Diese Informationen aus unserer Beratungspraxis helfen Ihnen dabei.

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